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INTER ARMA CARITAS – PER HVMANITATEM AD PACEM. Inmitten von Waffen Barmherzigkeit – Durch Menschlichkeit zum Frieden.
40.000 Tote und Verletzte blieben auf dem Schlachtfeld nahe der italienischen Stadt Solferino zurück, nachdem das Gemetzel zwischen französischen und österreichischen Truppen vor 150 Jahren geendet hatte.
Der Geschäftsmann und Sohn einer Genfer Patrizierfamilie, Henry Dunant (8. Mai 1828 – 30. Oktober 1910), befand sich in Italien auf einer Geschäftsreise, in der Hoffnung Unterstützung durch den französischen Kaiser Napoleon III. für seine Handelstätigkeit zu erlangen. Dunant reiste dem Kaiser hinterher, der sich auf einem Feldzug zur Unterstützung der Italiener gegen die Habsburger befand, wobei die Österreicher zu diesem Zeitpunkt den Norden Italiens beherrschten.
In den Nachtstunden des 24. Juni 1859 gelangte Henry Dunant in die Nähe der italienischen Stadt Solferino südlich des Gardasees. Hier sollte Henry Dunant zufällig Zeuge einer der größten Schlachten des europäischen Kontinents werden: Über 300.000 Soldaten standen sich an einer ungefähr 16 Kilometer langen Front gegenüber. Nach der Schlacht waren über 40.000 Tote bzw. unversorgte und hilflose Verwundete dem Inferno zum Opfer gefallen.
Dunant war unmittelbarer Zeuge der schrecklichen Ereignisse wie den Schreien, den Hilferufen und dem Sterben der Soldaten. All die Geschehnisse protokollierte er im Detail, woraus drei Jahre später sein einflussreiches Buch „Eine Erinnerung an Solferino“ entstehen sollte.
Die Kirchen und Schulen in dem acht Kilometer von Solferino entfernten Ort Castiglione delle Stiviere waren überfüllt mit verwundeten und sterbenden Opfern der Schlacht. Vor Ort entschied der Zivilist Henry Dunant, dass es keinen Unterschied zwischen Freund und Feind gäbe und versuchte, mit den einheimischen Helfern uneingeschränkt allen Opfern dieser kriegerischen Auseinandersetzung gleichermaßen – trotz völlig unzureichender Versorgung mangels Ärzten, Trinkwasser und Verbandsmaterial – zu helfen; getreu dem Motto: Tutti fratelli - Alle sind Brüder.
Henry Dunant folgte damit einem recht schlichten, aber doch revolutionären Gedanken: Der Soldat ist zum Zeitpunkt seiner Verwundung ausschließlich Mensch, dem alle Hilfe gebührt. – Es stellte sich für Dunant daraufhin die Frage: „Gibt es während einer Zeit der Ruhe und des Friedens kein Mittel, um eine Gesellschaft zu gründen, die aus großherzigen Freiwilligen zusammengesetzt ist, um den Verletzten in Kriegszeiten zu helfen?“
Am 22. August 1864 und damit fünf Jahre nach der Schlacht von Solferino unterzeichneten zwölf Nationen die „Konvention, die Linderung des Loses der im Felddienste verwundeten Militärpersonen betreffend“, Grundlage der ersten Genfer Konvention und der Gründungen der nationalen RK-Organisationen. Seit diesem Ereignis wurden zwar keine Kriege verhindert, doch es wurde ein Platz von einer klein wenig geringeren Grausamkeit in unserer kriegerischen Welt geschaffen.
Die Idee breitete sich über die gesamte Welt aus, doch geriet der Initiator dieser globalen Idee ins Abseits. Seine berufsmäßige Geschäftstätigkeit mündet im Bankrott, woraufhin letztendlich selbst das Komitee des Roten Kreuzes seinen Gründungsvater ausschließt. Zwei Dekaden fristete Dunant als Obdachloser an unterschiedlichen Orten in Europa, bis er in der Nähe des Bodensees eine Bleibe fand, unterstützt durch seine Familie.
Dank eines Zeitungsartikels „Dunant lebt in großer Not“ gelangte der Gründungsvater des Roten Kreuzes und des humanitären Völkerrechts nach Jahren wieder in den Fokus der Öffentlichkeit und erhielt 1901 als erster den Friedensnobelpreis verliehen. Mit Depressionen konfrontiert verstarb Henry Dunant im Alter von 82 Jahren im Oktober 1910 im Hospital Heiden/Schweiz.
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