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Das „Rescue-Camp“ ist eine 36-Std-Einsatzübung für
Rettungshunde-Teams. In diesem Jahr fand es in Dresden statt.
Start ins Rescue-Camp mit 2 Einsatzteams und zwei
Helfern. Jedes Einsatzteam besteht aus jeweils drei Rettungshundeteams und der
Gruppenleitung ohne Hund.
Früh morgens um 8.30 Uhr Abfahrt Horst, Zwischenstopp
mit Kaffeepause im KV um dann gegen 10.00 Uhr bei Garlstorf alle Rescue-Camper
in Richtung Dresden an Bord zu haben.
Die Stimmung war super und wurde nur durch die Uhrzeit
getrübt, da einige von uns sich für die Stadtführung in Dresden angemeldet hatten, die für
uns aufgrund eines Staus auszufallen drohte.
Nicht ganz rechtzeitig kamen wir endlich gegen 16.30
im Camp an. Die Touris wurden kurzerhand der Dresdenfahrt hinterher gefahren -
wir anderen bauten unser Zeltlager auf.
Die erste Prüfung haben unsere Hunde alle vorbildlich
bestanden, nämlich die tierärztliche Untersuchung plus Impfpasskontrolle.
Nach der allgemeinen Begrüßung wurden die Startnummern
verlost. Die Spannung stieg. Insgesamt waren 15 Teams gemeldet. Sie kamen aus
allen Himmelsrichtungen und Organisationen ( DRK, ASB, THW, Johanniter, und
gemischte Teams.)
Als alle Teams ihre Mappen in Händen hielten wurden
sofort die Navis programmiert, um ja nicht zu spät bei den Stationen
anzukommen.
Früh morgens um 7.00 Uhr wurde gefrühstückt, um dann
zur ersten Station aufzubrechen.
Was wird uns wohl erwarten?
Unsere vierbeinigen Teamkollegen waren schon in
Bereitschaft, denn sie hatten schließlich die Nacht (ohne Ameisen) im Auto gut
hinter sich gebracht.
Unsere 1. Station war eine explodierte Tankstelle mit
Auto und angrenzender Fläche. Nach kurzer Einweisung teilte unsere
Gruppenleitung uns ein und übernahm die Erste-Hilfe-Tasche, um bei Bedarf (na
was schon?) Erste Hilfe zu leisten.
Leider war unser Start desaströs.
Aber, und das
galt für alle Stationen, da keine Informationen über die Anzahl der vermissten
Personen oder andere Bewertungskriterien verraten wurden, blieb uns ja immer
noch die Hoffnung.
Die schnell verpuffte...
Ab zur Station 2: Mitten an der Elbe ein
Fernwärmerohrtunnelsystem. Super warm und stickig. Eine Tourigruppe, Erdbeben,
Vermisste….
Zuerst stieg Socke die steile offene Metalltreppe mit
einer sehr aufgeregten Hundeführerin ab. Lange, dunkle Tunnel galt es ohne
Hundeführer zu erforschen - die Zeit im Nacken!
Nach Socke kam Laurie, die auch nicht für ihre
Leckerchendose bis ganz nach hinten
durch wollte. Es war stockdunkel und um die Ecken leuchteten auch unsere
Taschenlampen nicht.
Also - last but not
least - Peipa!
Schon weiter als die Mädels, aber immer noch nicht
weit genug.
Nicht lange Grübeln - weiter zur Station 3.
Ein Silberbergwerk. Nur ein Rettungshundeteam durfte
diese Aufgabe lösen.
So wurde Meike in einen weißen Schutzanzug verpackt und
mit Peipa hinab befördert - 80 m tief. Sie war ganz auf sich alleine gestellt.
Kein Kontakt zu ihrer Gruppe.
Wir haben sie ob des Abstiegs alle beneidet, nicht ob
der “Verantwortung”.
Es soll sehr schön gewesen sein; es war aber auch sehr
schlammig.
Nachdem Peipa abgespült war, ging es zur vorerst
letzten Station an diesem Nachmittag.
Station 4 war ein sehr großes Waldstück, bei dem
aufgrund eines Orkans ein Flugzeug abgestürzt war.
Wir teilten uns das Gelände genau auf und gingen auf
die Suche.
Immer die Uhr als Feind im Nacken waren wir auch nicht
so erfolgreich, wie wir eigentlich erhofft hatten.
K.O. und auch ein wenig enttäuscht fuhren wir ins
Camp. Duschen, essen und besprechen. Was lief falsch? Aber die gute Laune war
nach wie vor unsere Begleiterin.
So warteten wir bis DRK HH-2-Team, auch total
abgekämpft, endlich im Camp ankam.
Dann bekamen wir endlich Informationen wann, wo und
wie die Nachtsuche geplant war.
Wir hatten Glück, rechtzeitig konnten wir starten.
Unsere Einweisung war um 23.13 Uhr, Suchbeginn um
23.26 Uhr und Suchende 20 Minuten später. Endlich Erfolg. Super motiviert und
müde zugleich kamen wir gegen 1:00 Uhr morgens im Camp wieder an.
DRK HH-2 war erst um 4:30 Uhr wieder von ihrer
Nachtsuche zurück, so dass es verständlich war, dass man sich morgens beim
Frühstück nicht sah.
Auf zu neuen Taten:
Station 6: Eine Werkstatt ist explodiert - Chef, 2
Mitarbeiter und der Azubi sind noch vermisst. Richtig schöne Trümmer!
Auch diese Station konnten wir erfolgreich verlassen.
Endlich haben wir zu unserer Leistung zurückgefunden.
Station 7: Ein Rettungshundeteam wurde über eine sehr
tiefe Schlucht abgeseilt und musste eine Fläche eigenständig absuchen.
Die beiden anderen Hundeführer wurden zu einer
größeren Fläche gebracht, die auch abgesucht werden musste. Auch hier alles
paletti.
Station 8 war ein altes Eisenbahnmuseum, bei dem 2
Gebäude und eine Fläche abgesucht werden mussten.
Bei der Gruppe vor uns verletzte sich leider ein Hund
schwer an herumliegenden Scherben, was uns zuerst doch ein wenig Respekt
einflößte. Natürlich muss jeder Rettungshundeführer damit rechnen, dass sein
treuer Freund verletzt aus einem Einsatz herausgehen könnte. Aber in dem
Moment, wo man damit konfrontiert wird, wird es einem erst wieder bewusst,
welches Risiko unsere Hunde doch stets eingehen.
Zu guter Letzt hatten wir noch eine zerstörte
Chemiefabrik vor uns. Bestehend aus Bunkergebäuden, einem Haus und einer
Fläche.
Wir teilten uns auf, so dass jeder von uns zeitgleich
sein zugeteiltes Gebiet absuchte.
Wir waren fertig....
Lange nach dem Grillen kam es zur Siegerehrung und zum
Verlosen, wer nächstes Jahr das Rescue-Camp ausrichten solle.
Von 15 gestarteten Teams kamen DRK-HH 1 und DRK-HH 2
auf die Plätze 6 und 8. Damit konnten wir sehr glücklich sein, denn die
Konkurrenz war sehr stark.
Als glückliche und verdiente Sieger gingen punkgleich
das DRK-Team Hof und die Johanniter hier aus dem hohen Norden hervor.
Nächstes Jahr wird das Rescue-Camp vom DRK Hof
ausgerichtet. Mal sehen wer von uns wieder dabei sein kann.
Auf jeden Fall hatten wir alle viel Spaß und haben
viel dazugelernt.
Noch
mal viele Grüsse nach Dresden - war ein super Rescue-Camp-Wochenende.
(Cornelia Böge - Rettungshundeführerin)
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